Skogsøy 2011

Skogsøy 2011

Mal etwas vorweg:
Wer nicht zu weit in den Westen oder Norden Norwegens fahren will ist rund um Mandal/Farsund usw. genau richtig. Das für mich hervorstechende Inselchen Skogsøy ist einer der schönsten Orte in der Region. Hier findet Ihr herrliche Natur, freundliche Menschen und immer ein geschütztes Plätzchen um Eure Köder ins Wasser lassen zu können. Nicht weit weg ist übrigens das Tregde Feriesenter welchen ein Begriff sein sollte. Rund um die Insel gibt es zahlreiche fischträchtige Reviere und zum Einkauf ist man schnell im ca. 8km entfernten Ort Mandal. Für mich ist das Revier immer eine Reise wert, wenn auch die Fische nicht so groß sind wie in Nördlicheren Gefilden. Hier spürt man dass Mensch noch Mensch ist und man sich einfach treiben lassen, die Seele baumeln und richtig abschalten kann. Probiert es einfach mal aus. Reiseanbieter für diese Gebiet gibt es genug ( www.suednorwegen.de ; www.borks.de usw.).

Anreise und 1. Tag.
Freitag den 06.05.11 war es dann endlich so weit, gegen 22:00 Uhr zogen Harry und meine Wenigkeit los gen Norden. Auto gepackt, Boot angehängt und ab die Post. Ein Zwischenstopp in Büdelsdorf bei Peter Dikof von Raphael –Fishing war eingeplant. Peter hatte einen Bootsmotor über das Internet Ersteigert den ich für ihn abgeholt hatte und nun bei ihm ablieferte. Es sei aber gesagt, das auch ohne den Motor ein Frühstück bei Peter auf uns gewartet hätte. Nach der Stärkung fuhren wir die restlichen 400km bis Hirtshals Dänemark in gemütlichem Tempo und mit 2 weiteren kurzen Pausen durch. Boarding für die Fähre war um 10:45, ablegen um 11:45. Nach kurzer Verspätung aber einer ruhigen Überfahrt erreichten wir gegen 16:00 unser Ferienhaus. Unser Ziel war es wenigstens noch das neue Boot zu slippen um am nächsten Tag durchstarten zu können, dieses Ziel wurde erreicht.



2. Tag
Angelruten aufgerüstet und alle erforderlichen Gerätschaften wie Echolot/Gps usw. angeschlossen, den Notmotor montiert und getestet. Als wir die Sitzpolster aus dem Stauraum des Bootes nehmen wollten, kam der erste Dämpfer. Im Stauraum stand ca. 8cm hoch das Wasser. Nach dem ich das Wasser beseitigt hatte sah ich das die Schraube für die Motorhalterung des 50PS Suzuki nicht vernünftig abgedichtet war und dort Wasser eindrang. Alles nass, unsere Schwimmhilfeanzüge, die automatischen Rettungswesten waren ausgelöst und sämtliche Kabelverbindungen standen im Wasser. Das Problem konnte am Nachmittag unter Mithilfe von Michael den wir letztes Jahr hier auf Skogsøy kennen gelernt hatten behoben werden. Natürlich gab es hinterher eine Tasse Kaffee und leckere Kekse auf seiner traumhaft direkt am Sund gelegenen Terrasse. Harry lies es sich nicht nehmen auch noch schnell ein Döschen Bier für jeden aus unserer Unterkunft zu holen. Wenn ich daran denke wie schwer es mir jedes mal fällt mich von diesem wunderschönen Ort zu trennen wo die Fischerboote vorbeifahren und das Wasser gemächlich gegen den Bootssteg plätschert, ich könnte direkt wieder hinfahren. An diesem Tag gingen uns noch ein paar mittlere Dorsche und Wittlinge an den Haken, die abends sofort frisch zubereitet und verspeist wurden.



3. Tag
Gegen Kälte und Regen kann man sich anziehen, gegen Wind und Sturm ist man leider machtlos. Es blies ganz schön stark und wir konnten nur an ein paar geschützten Stellen die Köder ins Wasser lassen. 4 mittelprächtige Dorsche und 2 große Heringe und einige kleinere Fische die wieder schwimmen durften nahmen unsere Pilker und Beifänger. Nachmittags war der Wind so stark das wir die Angelei einstellen mussten. Der Treibanker wurde durch die aufkommende Drift bis an die Wasseroberfläche gedrückt, auf dem GPS war trotz Driftsack eine Geschwindigkeit von 4- 5 km/h angezeigt. Eindeutig zu viel um einigermaßen vernünftig fischen zu können. Die Prognosen für den folgenden Tag sahen aber besser aus.

4.Tag
Wenig Wind bescherte uns einen wirklich guten Fang. Wir fuhren raus bis hinter die vorgelagerten Scheren und fanden auf Anhieb eineSeelachsschwarm. Fische zwischen 1,5 und 2,5 kg, keine Riesen aber gut zu filetieren gingen uns an den Haken. In gut 2 Stunden fingen wir 67 Fische die zu kleinen nicht eingerechnet. Eine schöne Entschädigung für die letzten Tage. Den Nachmittag nutzten wir um zu faulenzen und das Boot zu reinigen. Am Abend waren wir bei Michael und seiner Frau Eirin zum Krabben essen eingeladen. Man war das lecker, frisch gepult, auf einer Scheibe Brot mit Kräutern und Knoblauchmajonaise garniert…..Hammer. Wir verabredeten uns für den folgenden Tag zum Fischen. Satt und zufrieden kehrten wir zurück in unser Feriendomizil und die Nacht ging dank einiger zuvor genommener Betthupferl in Form von Gerstensaft schnell vorbei. Ich glaube und dass ist auch nach mittlerweile 19 Jahren Norwegenangelns bei mir immer noch so, wenn ich mit Freunden eine Ausfahrt geplant habe die Nacht vorher vor Aufregung nicht richtig schlafen kann. Der Gerstensaft aus der Dose hat es aber an diesem Abend möglich gemacht. Danke Herr Warsteiner!



5.Tag
Um 9:30 pünktlich holten wir Michael ab und es ging raus vor den Scherengürtel, es war eine Sternstunde. Viele gute Fische gingen uns an den Haken und später gab es nur noch catch and release. Michael, Harry und ich bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und wir waren uns einig, dass ein solches Ergebnis nicht alltäglich ist. Nach der Ankunft am Liegeplatz und guten 2 Stunden die ich zum filetieren brauchte entschied ich mich dafür noch eine Ausfahrt zu machen um es auf Leng zu versuchen. Am Sundausgang wurde ich von einer Achtköpfigen Gruppe zum Ufer gewunken. Nachdem ich die Jungs aus der Nähe von Göttingen vorher auf dem Wasser gesehen und einen Fangbericht abgegeben hatte wollten zwei von ihnen (Leo und Achim) gerne mit mir ausfahren. Auf meine Frage was bisher gefangen wurde erzählten die Beiden dass noch nicht viel Fisch die Ruten der Truppe beansprucht hatten. Also entsagte ich dem Leng und entschied mich dafür vor die Schären zu fahren um ihre Fischkiste zu füllen. Nach zwei erfolglosen Stopps an vorher fängigen Unterwasserbergen fuhren wir weiter Richtung Leuchtturm. Erster Stopp an der neuen Stelle …….rums Dublette. Dann ging es Schlag auf Schlag, nach vier Driften war die Fischkiste voll, Leo und Achim glücklich und ich hatte eine klasse Angelfahrt mit zwei ganz tollen Petrijüngern. Nach unserer Ankunft an ihrem Bootssteg wurde mir dann gesagt dass die restlichen Leute der Göttinger Truppe auf uns gewettet hatten. Ich glaube das schlechteste Ergebnis war mit fünf- und das Beste mit fünfundvierzig Fischen abgegeben worden. Womit wohl keiner gerechnet hatte war das wir das beste Ergebnis um mehr als das Doppelte übertroffen hatten.







6. Tag
Harry macht Pause und ich wieder nicht zu halten. Raus in den Scherengürtel, herrlichstes Wetter fast windstill. Die Fische in beißlaune und bereits der erste Halt brachte 3 schöne Seelachse. Ich suchte mir gezielt auf der Seekarte im GPS die Unterwasserberge aus und konnte so nicht nur Köhler sondern auch den ein oder anderen guten Dorsch landen. Das gute Wetter nutzte ich auch für das ein oder andere Foto und genoss einfach die Ruhe und die herrliche Umgebung. Die Nachmittag Tour brachte auch ein paar schöne Fische, wobei ich 2/3 wieder in ihr feuchtes Element entließ.





Der letzte Tag wurde noch einmal für eine gemeinsame Ausfahrt genutzt, der Wind hatte leider wieder aufgefrischt und so hielten wir uns im geschützten Scherengürtel auf. Die Ausbeute war auch nicht überragend und mit nichten zu vergleichen was wir die Tage vorher an den Haken bekommen hatten. Egal, wir waren rundum zufrieden mit Urlaub, Wetter und natürlich auch mit den erbeuteten Fischen. Am Abend hieß es Abschied nehmen von Eirin und Michael, ehrlich es fällt nicht leicht. Selten lernt man solche Leute kennen natürlich, nett und hilfsbereit und wie schon im letzten Jahr als wir uns auf diesen Urlaub freuten werden Harry und ich bei gemeinsamen Grillabenden viel über unseren Urlaub, Eirin und Michael und natürlich über den nächsten Tripp nach Skogsøy reden. Von hier aus noch einmal ein herzliches tusen takk an Euch beiden.
Harry und Matthias

Norwegen 2010